"Im Unsichtbaren liegt der Ursprung: Der Kern trägt bereits den ganzen Baum in sich. Diese innere Anlage interessiert mich – dort, wo Natur im Außen zum Echo des Inneren wird und Verbundenheit Veränderung ermöglicht. Meine Arbeiten verdichten Fragmente der Natur zu Bildräumen, in denen etwas zusammenfindet, was oft getrennt betrachtet wird: Wahrnehmung und Erinnerung, Fokus und Schweifen, Klarheit und Geheimnis.
Ich arbeite in einem Dreiklang aus Sammeln, Collage und Fotografie. Gesammelte Blätter, Fasern und Fundstücke werden in Schichten mit meinen Farbräumen verbunden. So entstehen Oberflächen, die nicht auflösen, sondern bündeln – Verdichtung statt Zerstreuung. In der Fotografie nutze ich gezielt das Spannungsfeld von Unschärfe und Schärfe. Es spiegelt eine innere Bewegung, die in meinem Prozess zentral ist: Wenn der Geist nicht trennt, sondern integriert, tauchen Bildfolgen auf, die sich wie kurze Sequenzen zeigen – kein konstruiertes Konzept, sondern im Beobachten dessen, was sich formt.
Diese inneren Bilder sind kein Beiwerk, sie sind meine Denkform. Ich verstehe sie als Ausdruck einer Aufmerksamkeit, die verbindet: Tiefe entsteht, wenn Elemente miteinander in Resonanz treten. Genau das suche ich in den Collagen – Schicht um Schicht, bis der angelegte Kern im Bild Form gewinnt. Naturfragmente werden zu Trägern von Richtung: Vorder- und Rückseite, Maserung, Bruchkanten – jedes Detail ist Teil einer größeren Ordnung. In der Fotografie zeigt sich der Kern im Moment: Ein Zustand tritt hervor, weil Elemente zueinander in Beziehung stehen. In der späteren Auswahl bleibt nur das Bild, das diesen Zustand auch im Stillstand noch trägt.
Meine Bildräume laden dazu ein, vom Konsumieren ins Spüren zu wechseln. Wer verweilt, kann Nähe und Distanz, Ruhe und Bewegung, Perspektivwechsel zwischen Ferne und Nähe erfahren. Das Außen – Struktur, Licht, Material – tritt mit dem Inneren in ein stilles Gespräch. Ziel ist keine Behauptung, sondern Übung: Präsenz, Ausrichtung, innere Klarheit im Wandel.
Ich wünsche mir, dass Kunst wieder selbstverständlich als Resonanzraum wirkt – zwischen Natur und innerem Kern. Orte und Bilder, die Verbundenheit nicht behaupten, sondern erfahrbar machen. Wenn ein Werk dazu beiträgt, den eigenen Fokus zu setzen, Bruchstücke neu zu ordnen und daraus Haltung zu gewinnen, die auch im Wandel trägt, dann entfaltet Kunst, was sie kann: mehr Menschlichkeit, mehr Zusammenhalt – möglich, weil Verbindung geübt wird.
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